GuanYin

Goettin der Barmherzigkeit, der Frauen, Kinder und Seefahrer



Der chinesische Name GuanYin (观音) ist die Abkürzung für GuanShiYin (观世音). GuanShiYin ist 'Derjenige, der die Rufe der Welt wahrnimmt', also auch die Rufe derjenigen, die seiner Hilfe beduerfen. GuānYīn ist eine Übersetzung der aus dem Sanskrit entlehnten Bezeichnung 'Avalokiteśvara', die sich auf den gleichnamigen Mahāyāna-Bodhisattva bezieht. Ein 'Bodhisattva' (Chinesisch 'PuSa' 菩萨) ist jede Person, die sich auf dem Weg zur Buddhaschaft befindet.

Buddhisten glauben, dass wenn jemand von dieser Welt geht, von GuanYin in das Herz eines Lotus gebracht wird, und dann in das 'Westliche Reine Land' (Sukhāvatī) geschickt wird. Die Lotos-Bluete ist ein Symbol der Reinheit. GuanYin wird daher oft auf Lotos-Blueten schwebend dargestellt. Die dazugehoerige Sutra ist das Lotos-Sutra. Gesungene Interpretationen gibt es von allen im Asiatischen Raum beruehmten Darstellern aus Kunst und Musik, wie z.B. Andy LAU, Imee OOI, aber auch Tina TURNER). Eine Sutra ist ein oft auch rezitierter oder gesungener Buddhistischer Lehrtext (Mantra als Sprech-Gesang). Lotus-Blueten werden oft auf traditionellen Chinesischen Fessel-Drachen abgebildet, und sind eine direkte Anspielung auf den mit dem Konzept von 'spiritueller Reinheit' als religioesem Inhalt.

Darstellungen von Buddha in seiner Manifestation als 'GuanYin',  werden oft in feminisierter Form ausgefuehrt. Im Volksglauben wird GuanYin daher auch als weibliches Wesen wahrgenommen. GuanYin mit ihrem mildtaetigen Handeln und wundersamen Kraeften, gilt als Sinnbild der Gnade und als Schutzpatron der Frauen und Kinder. So ist es nicht verwunderlich, dass GuanYin auch mit spielenden Kindern dargestellt wird, die Drachen steigen lassen.

In Peking befindet sich der HongLuoSi-Tempel, der ueberwiegend GuanYin gewidmet ist. Der Tempel liegt etwas ausserhalb in einem schoenen Berg-Park. Auf dem Weg zum Gipfel kann man durch ein Tempelgebaeude gehen, in dem ebenfalls ein grosses Wand-Gemaelde zu finden ist. Auch hier ist GuanYin mit Drachenfliegenden Kindern zu sehen. Der Weg vom Berg herunter ist gesaeumt von vielen kleinen GuanYin-Schreinen.


GuanYin ('Goettin' der Barmherzigkeit) mit spielenden Kindern
(Goldfisch-Drachen, Vogel-Drachen, Malayen-Drachen)
HongLuoSi-Tempel. BeiJing 2010










YunMenShan
ShanDong, WeiFang, QingZhou 2008
Eingangstor
In der Kleinstadt QingZhou im Westen des Kreises WeiFang befindet sich der Wolken-Tor Berg (YunMen Shan, 云门山), heute ein Landschafts- und Geo- und Geschichts-Park von nationaler Bedeutung. Der Ruecken des ehemals so genannten Kamel-Berges (TuoShan, 驼山) mit einer Gipfelhoehe von 421m, ist mit Daoistischen Schreinen, Buddhistischen Grotten, und ueberlebensgrossen Kalligrafien versehen. Die Tempelanlage ist bereits in den Nord-Suedlichen Dynastien (420 n.u.Z.) nachgewiesen.


YunMenShan
ShanDong, WeiFang, QingZhou 2008
Blick in die Ebene Richtung WeiFang

Auf dem YunMenShan steht der 'Himmels Kaiser-Tempel' (HaoTian Gong 昊天宫). Dessen Jade-Kaiser Tempel (YuHuang Gong,玉皇宫) beherbergt in einem Gebaeudeteil die Halle der Himmlischen Jade Fee (TianXian YuNvCi, 天仙玉女祠). Dies ist der Ort, von dem die 'Sieben Himmlischen Feen' aufgestigen sind. In dieser Halle befindet sich ein grosses Wand-Gemaelde der Himmlischen Jade Fee mit Drachen-steigenden Kindern, und ein weiteres Bild mit Kindern die andere Spiele treiben. Beide Bilder sind zusammengenommen in der Tradition der 'BaiZiTu' gehalten. Jedes Bild zeigt 50 spielende Kinder.

YunMenShan, Halle der Himmlischen Jade Fee (TianXian YuNvCi, 天仙玉女祠)
Bild anklicken fuer weiteres Bild mit 50 spielenden Kindern

Die Himmlische Jade-Fee entspricht in der bildlichen Darstellung GuanYin, wie die beiden Fotos sehr schoen demonstrieren. Die Vermischung zwischen Daoistischen (Himmlische Jade-Fee) und Buddhistischen Vorstellungen (GuanYin) ist im Volksglauben oft anzutreffen.


GuanYin mit Kind              
                Jade-Fee mit Kind
In der Fruehzeit des Chinesischen Buddhismus entwickelten sich Daoistische Vorstellungen. Haeufig wurden zwischen beiden religioesen Vorstellungen und Riten keine grossen Unterschiede gemacht. Dies gilt auch fuer den Volksglauben in Japan, wo ebenfalls in der Fruehzeit des Buddhismus viele synkretistische Anleihen beim Shintoismus gemacht wurden.

Das Konzept, ein himmlisches Wesen als „Mutter mit Kind“ zu zeigen, Mitgefühl und wundersame Kräfte zu demonstrieren und auch ein Symbol der Gnade und eine Schutzpatronin von Frauen und Kindern darzustellen, scheint ziemlich universell zu sein (vgl. Raffaels 'Sixtinische Madonna' von 1512 oder 'Unsere Liebe Frau von China' in der Nord-Kathedrale BeiJings von 1997)


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Sehen Sie sich auch die Drachen in der Internet-Drachen-Ausstellung an, oder schauen Sie doch bei uns auf dem nächsten Drachenfest vorbei (ein Mausklick zeigt Ihnen, wo wir demnächst zu treffen sind)!

Wir sind jedes Jahr auf  Drachen-Reisen in China und erleben Sie China und Drachen-Fliegen am Original-Schauplatz. Auf den grossen Drachen-Olympiaden Chinas sind wir gern gesehene Gaeste.

Gegen Ende April finden die groessten Drachenfeste auf unserem Globus statt. Die Drachenreisen fuehren uns beispielsweise nach WeiFang (Mitte/Ende April) oder QingDao und GuiYang  (Ende April/Anfang Mai) und  ShenZhen, HongKong und GuangZhou (Oktober). Peking ist natuerlich auch immer dabei, schliesslich wollen wir jedesmal auch auf dem Platz des Himmlischen Friedens oder beim Himmels-Tempel und auf der Chinesischen Mauer unsere Drachen steigen lassen.



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